Naturschutzgebiet Waldhügel

Das Naturschutzgebiet Waldhügel ist das zweitartenreichste Naturschutzgebiet in ganz NRW. Über 900 verschiedene Pflanzenarten, darunter 14 seltene Orchideen und 14 herrlich blühende Wildrosen wachsen hier. Ein Aussichtsturm bietet einen außergewöhnlichen Ausblick über den Steinbruch.

Entdecken Sie den natürlichen Zauber dieser Landschaft vor unserer Tür: seltene Rosen, weidende Schafe, steile Hänge, blaue Seen und eine herrliche Rundumsicht in die schöne münsterländische Parklandschaft.

 

Ausläufer des Thieberges

Als südöstlicher Ausläufer des Thieberges bildet der Waldhügel mit 94 m ü. NN die höchste Erhebung im Stadtgebiet. Versteinerte Muscheln, Schnecken, Ammoniten und Seeigel in den Aufschlüssen des Steinbruchs weisen darauf hin, dass es sich bei den Kalkschichten um Meeresablagerungen der Unter- und Oberkreide handelt.

 

Kalkabbau

Biologisch genauer betrachtet besteht der Waldhügel aus Cenomankalk über Cenomanpläner mit eingelagerten Mergelschichten. An den Hangfüßen treten Rotpläner des Turons auf, die von eiszeitlichen Sanden überlagert sind. Die hier zutage tretenden Kreideschichten sind ein begehrter Rohstoff für die Kalkindustrie, dessen Geschichte an dieser Stelle bis in das 14. Jahrhundert zurückgeht. Im Norden des Gebietes ist der Kalkabbau bereits abgeschlossen.

Ursprünglich beabsichtigte die Stadt Rheine, die Abbauflächen vollständig mit Boden und Bauschutt zu verfüllen. Auf den nicht genutzten Abbausohlen entwickelten sich jedoch im Laufe der Zeit ökologisch wertvolle Trockenrasenkomplexe, sodass die Stadt Rheine sich später dazu entschloss, Teilbereiche ganz dem Naturschutz zu überlassen.

Das Gebiet Waldhügel verdeutlicht eindrucksvoll den Naturschutzkonflikt zwischen Kalkabbau, Abfallbeseitigung und Naturschutz.

 

Der Waldhügel - ein Mosaik und Naturschutzgebiet

Heute stellt der Waldhügel ein Mosaik dar aus: relativ naturnahen und wenig beeinflussten Bereichen (Waldmeister-Buchenwald, Orchideen-Buchenwald, Eichen-Hainbuchenwald, extensives Grünland), abgebauten und zunächst sich selbst überlassenen Kalkstandorten, die von der Natur zurückerobert wurden (Sekundärbiotope: stillgelegter Kalksteinbruch mit Pionier- und Ruderalgesellschaften, Kalk-Halbtrockenrasen, Abgrabungssee).

1994 wurde dieses Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Ausweisung zum Naturschutzgebiet ist nicht zuletzt dem Engagement des Fördervereins Waldhügel zu verdanken.

Von den hier vorkommenden 918 Pflanzenarten sind 55 in ihrem Bestand gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Um die Eigenarten und Besonderheiten des Gebietes zu erhalten und zu entwickeln, wurde vom Umweltreferat der Stadt Rheine ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. Die darin enthaltenen Maßnahmen werden zurzeit umgesetzt.

 

Infopunkt: Wanderparkplatz, Catenhorner Straße

Flyer:  Naturschutzgebiet Waldhügel

Adresse
Waldhügel
an der Catenhorner Straße
48429 Rheine
Web: www.foerderverein-waldhuegel.org
E-Mail: foerderverein-waldhuegel@gmx.de